Tipps und Tricks zur Lexikon-App von macOS

Autor: Wolfgang Reszel | Letzte Änderung:
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Mit dem Lexikon von macOS können Sie auch die dicksten installierten Wörterbücher in Sekundenschnelle durchsuchen. Durch die gute Integration ins Betriebssystem gibt es aber weiter, mehr und komfortablere Wege, Begriffe schnell nachzuschlagen. Außerdem ist das eher unscheinbare Lexikon-Programm mächtiger, als es zunächst den Anschein hat – oder Apples offizielle Lexikon-Dokumentation es vermuten lässt.

Viele Wege führen zum Ziel

Im Folgenden zeige ich Ihnen alle verfügbaren Möglichkeiten, um Wörter und Begriffe in den installierten Wörterbüchern nachzuschlagen.

Direkt im Lexikon-Programm nachschlagen

Startet man das Lexikon-Programm über den Finder oder Spotlight, erscheint ein Fenster mit einem Eingabefeld oben rechts. Während der Eingabe des Suchbegriffs wird dieser ohne Verzögerung in den ausgewählten Wörterbüchern gesucht.

Screenshot: Lexikon-App
Das Lexikon hat eine rasend schnelle Live-Suche.

Mit dem Kontextmenü nachschlagen

In vielen Programmen bietet das Kontextmenü (rechte Maustaste) die Möglichkeit einen markierten Text direkt im Lexikon nachzuschlagen.

Screenshot: Kontextmenü
Das Kontextmenü bietet häufig einen Nachschlagen-Befehl.

Nachschlagen-Fenster von macOS nutzen

Besonders komfortabel ist der systemweite Tastaturkurzbefehl D (Ctrl+Cmd+D). Dieser zeigt einen Lexikon-Eintrag zu dem Wort, welches sich unterhalb des Mauszeigers befindet. Befindet sich unter dem Cursor eine Textauswahl, wird diese verwendet, praktisch, um Wortkombinationen und stehende Begriffe nachzuschlagen.

MacBook-Nutzer können zudem je nach Konfiguration mit drei Fingern auf das Trackpad tippen (bei Lion war es ein Doppeltipp) oder einen kräftigen Klick ausführen. Gegebenenfalls muss man diese Geste in den Trackpad-Einstellungen noch aktivieren.

Das Nachschlagen-Fenster durchsucht keine Online-Wörterbücher wie Wikipedia.

Hinweis: Leider funktioniert das Nachschlagen-Fenster nicht mit Firefox, da Firefox keine native Mac-Anwendung ist, siehe dazu auch die FAQ.

Screenshot: Nachschlagen-Fenster von macOS
Praktisch und systemweit verfügbar: das Nachschlagen-Fenster.

Mit Dashboard-Widget recherchieren

Auf älteren Version von macOS lieferte Apple gleich das Dashboard-Widget namens Dictionary mit, um darüber schnell Begriffe nachzuschlagen. Mit diesem hat man Zugriff auf alle lokal installierten Wörterbücher, wobei aber nicht alle gleichzeitig durchsucht werden können. Eine weitere Einschränkung ist, dass man keine Online-Wörterbücher wie Wikipedia durchsuchen kann.

Weder für die Heute-Ansicht bis macOS 10.15 Catalina noch für die Mitteilungszentrale von macOS 11 Big Sur und macOS 12 Monterey liefert Apple ein entsprechendes Lexikon-Widget mit.

Lexikon via Dienst und Tastaturkürzel öffnen

In nahezu allen Cocoa-Programmen gibt es zudem noch die Möglichkeit, markierten Text mit dem Dienst „Im Lexikon nachschlagen“ im Lexikon-Programm öffnen (Untermenü Dienste im Programm-Menü). Das Lexikon-Programm wird dann bei Bedarf auch gestartet. Nützlich ist das zum Beispiel für Programme, die „Suche nach …“ nicht im Kontextmenü anbieten. Über die Systemeinstellung „Tastatur“ kann man diesem Dienst ein Kurzbefehl zuweisen.

Screenshot: Systemeinstellung mit Dienste-Konfiguration
Das Lexikon lässt sich mit einem benutzerdefinierten Tastaturkürzel aufrufen.

Wörterbücher mit Spotlight durchsuchen

Und wie nicht anders von Apple zu erwarten kann man selbst direkt mit Spotlight die installierten Wörterbücher durchsuchen. Vor Yosemite galt hier die Beschränkung, dass keine Online-Wörterbücher wie Wikipedia durchsucht werden können.

Seit macOS 11 Big Sur müssen Sie nach Auswählen des Begriffs noch die Tabulator-Taste (⇥) drücken, um eine Vorschau zu erhalten.

💡Tipp: Diese Funktion lässt sich in der Systemeinstellung „Spotlight“ durch Entfernen des Hakens bei „Definition“ deaktivieren – oder mit folgendem Terminal-Befehl:

 defaults write com.apple.spotlight DictionaryLookupEnabled -bool NO
Screenshot: Spotlight-Suche
Spotlight durchsucht auch die lokalen Lexika.

In Safari und auf Websites ist es zudem möglich, direkt Links zum Lexikon zu setzen. Dazu muss eine URL mit dict:// beginnen. Man kann in Safari aber auch direkt solche URLs eingeben, zum Beispiel: dict://Thesaurus.

Hier einige Beispiellinks: Thesaurus, Pferd, Apple

Wörter per Drag & Drop nachschlagen

Mac-typisch kann man natürlich auch Wörter per Drag & Drop auf das Lexikon-Symbol im Dock ziehen.

Screenshot: Dock-Icon
Das Dock-Icon des Lexikons nimmt auch Textschnipsel entgegen.

Die Feinheiten der Lexikon-App

Apple liefert macOS mit vielen weiteren Wörterbücher aus, etwa für Japanisch und seit OS X 10.11 auch Deutsch-Englisch. Die meisten sind standardmäßig deaktiviert. Erst wenn sie aktiviert sind, können Sie diese durchsuchen.

In den Einstellungen der Lexikon-App ( , beziehungsweise Cmd+Komma) finden Sie alle installierten Wörterbücher. Das Ankreuzfeld besagt, ob ein Wörterbuch aktiviert ist oder nicht.

Screenshot: Einstellungen der Lexikon-App
In den Einstellungen bestimmt man, welche der vielen installierten Wörterbücher man benötigt.

Wörterbücher umsortieren

In den Einstellungen der Lexikon-App ( , beziehungsweise Cmd+Komma) können Sie die Reihenfolge der Wörterbücher mit der Maus via Drag & Drop ändern. Diese Reihenfolge spiegelt sich in der oberen Leiste zur Wörterbuchauswahl des Lexikons wider und bestimmt zudem die Anordnung im Nachschlagen-Fenster.

Nutzer der Textverarbeitung Nisus Writer bestimmen mit der Reihenfolge zudem, welcher Wörterbuch-Inhalt in der Palette „Sprache“ als „Definition“ gezeigt wird. Das Programm verwendet dazu das erste aktivierte Wörterbuch. Ziehen Sie also den gewünschten Kandidaten einfach nach ganz oben.

Palette „Sprache“ von Nisus Writer
Nisus Writer zeigt die Definition des Wortes am Cursor an – hier mit dem OpenThesaurus-Plug-in.

Wörterbuch-Plug-ins konfigurieren

Interessant ist auch die Möglichkeit für einzelne Wörterbücher Feineinstellungen vorzunehmen. Bei dem Wikipedia-Wörterbuch kann man darüber festlegen, welche Sprachversionen der Wikipedia (gleichzeitig) durchsucht werden sollen. Bei meinen Plug-ins lassen sich die Schriftart auswählen, die Copyright-Fußzeile sowie die Flaggen-Symbole ausblenden.

In älteren Version von macOS konnte man im New Oxford American Dictionary festlegen, ob die Lautschrift in britischer oder amerikanischer Aussprache angezeigt wird. Diese Option fehlt mittlerweile.

Screenshot: Wörterbuch-Einstellungen
Einige Wörterbücher kann man konfigurieren.

Verknüpfte Begriffe anklicken

Leicht zu übersehen ist auch, dass nahezu alle Wörter eines Textes mit passenden Wörtern im Lexikon verlinkt sind. Das fällt einem erst auf, wenn man mal mit der Maus über einem Wort stehen bleibt.

Screenshot: Begriffsseite mit verlinktem Wort
Viele Begriffe eines Lexikons sind untereinander verlinkt.

Klappentext einblenden

Einige Wörterbücher bieten eine Art Klappentext an, also weiterführende Informationen zum Wörterbuch oder Anhänge. Um dort hin zu gelangen, muss man zuerst das gewünschte Wörterbuch aktivieren und dann im Gehe-zu-Menü „Vorderer/hinterer Teil“ auswählen. Besonders das New Oxford American Dictionary bietet hier noch eine Menge weiterführender Informationen, welche über die Suche nicht erreichbar sind, zum Beispiel ausführliche Texte zur Grammatik.

Screenshot: Spezialseite „Vorderer/hinterer Teil“
Der Klappentext eines Wörterbuchs verrät weitere Details.

Wörterbücher umbenennen

Bei einer großen Anzahl von installierten Wörterbüchern wird schnell der Platz in der Auswahlleiste knapp. Mit einem Sekundärklick oder Ctrl+Klick auf die entsprechenden Schaltflächen kann man diese deshalb auch umbenennen. BeoLingus Deutsch-Englisch könnte man also in DE-EN umbenennen. Noch mehr Platz sparen Sie, wenn Sie Emoji-Symbole wie Flaggen verwenden.

Bis OS X 10.7 Lion musste man bei Sonderzeichen vorsichtig sein. Verwendet man das Kleiner-als-Zeichen (<), funktionieren die Wörterbücher nicht mehr.

Screenshot: Umbenennen-Dialog
Wörterbücher lassen sich nach Belieben umbenennen.

Nicht jugendfreie Begriffe ausblenden

Das Lexikon kann anhand der Jugendschutz-Einstellungen von macOS bestimmte Suchbegriffe und Wörter ausblenden. Lexikon-Plug-ins müssen entsprechende Begriffe allerdings mit einer Kennzeichnung versehen haben. Bei meinen Plug-ins sind alle mit [vulgär] oder [derb] versehenen Begriffe mit dieser Jugendschutz-Kennzeichnung versieht und können somit ausgeblendet werden.

Da ich für die Plug-ins auf Daten fremder Anbieter zurückgreife, habe ich keinen direkten Einfluss darauf, welche Begriffe den Zusatz [vulgär] oder [derb] tragen. Sie können bei BeoLingus und OpenThesaurus jedoch Verbesserungsvorschläge einreichen, diese gelangen dann automatisch mit in die nächsten Updates der Plug-ins.

Die Einstellung finden Sie ab macOS 10.15 in der Systemeinstellung „Bildschirmzeit“ unter „Inhalte & Datenschutz“. Aktivieren Sie dort die Option „Anstößige Sprache in Siri & Lexikon“. Nach einem Neustart des Lexikons sollte Suchbegriffe wie „pimpern“ keinen Treffer mehr liefern. Lässt sich die genannte Option nicht aktivieren, müssen Sie die Datenschutz-Funktionen von macOS zunächst scharf schalten. Klicken Sie dazu auf den Button „Aktivieren …“ oben rechts. Bei Apple finden Sie weitere Details zu der Funktion.

Systemeinstellung „Bildschirmzeit“ in macOS 11 Big Sur
Über die Einstellung „Bildschirmzeit“ von macOS 10.15 und höher blenden Sie vulgäre/obszöne Begriffe im Lexikon aus.

Bei macOS 10.14 Mojave oder früher finden Sie die Option in der Systemeinstellung „Kindersicherung“. Sie lässt sich jedoch nicht bei Admin-Accounts aktivieren, sondern nur bei speziellen, verwalteten Accounts. So einen könne Sie direkt über die Kindersicherung erstellen. Im Reiter „Andere“ lässt sich schließlich die Option „Anstößige Inhalte im Lexikon ausblenden“ aktivieren. Weitere Details bei Apple.

Systemeinstellung „Kindersicherung“ von macOS 10.14 Mojave
Bei macOS vor 10.15 legt die Systemeinstellung „Kindersicherung“ fest, ob das Lexikon anstößige Inhalte anzeigt.

Fortgeschrittene Methoden für den Zugriff auf Wörterbücher

Begriffe in einem Automator-Workflow nachschlagen

Mittels Automator lassen sich unter anderem eigene Dienste erstellen, die man per Kontextmenü im Untermenü „Dienste“ auf ausgewählten Text anwendet. Dazu kennt Automator die Aktion „Definition eines Wortes abfragen“. Sie fragt dabei immer ein bestimmtes Wörterbuch ab und niemals mehrere. Zudem kann man mit weiteren Aktionen entscheiden, was mit den gefundenen Begriffen gemacht werden soll. Unter anderem lässt sich eine „Mitteilung anzeigen“, ein Dialog „Bestätigung verlangen“ einblenden oder das Ergebnis als „Neues TextEdit-Dokument“ öffnen. Selbst erstellte Dienste lassen sich wie hier beschreiben mit einem eigenen Tastenkürzel versehen. Weiter in die Tiefe möchte ich an dieser Stelle aber nicht gehen. Ich wollte die Möglichkeit aber nicht unerwähnt lassen.

Screenshot: Automator
Mit Automator lässt sich ein Kontextmenü-Dienst erstellen, der gezielt ein bestimmtes Wörterbuch abfragt – und hier das Ergebnis in die Zwischenablage kopiert.

Wort mittels Kurzbefehl im Lexikon nachschlagen

Auch die neue Kurzbefehle-App von macOS 12 Monterey bietet eine Aktion „Definition anzeigen“ zum Nachschlagen von Begriffen. Im Unterschied zu Automator lässt sich das Ergebnis aber nicht weiterverarbeiten. Die Aktion öffnet lediglich die Lexikon-App, bei dem das Suchfeld automatisch mit dem gesuchten Begriff ausgefüllt wird – so wie es auch die dict://-Url macht.

Screenshot: Kurzbefehle-App
Die neue Kurzbefehle-App von macOS 12 kann Wörter zum Nachschlagen an die Lexikon-App weiterreichen.

Wörterbücher mit Drittanbieter-Tools nutzen

Folgende Tools sind mir bekannt, über die man ebenfalls Begriffe in den installierten Wörterbüchern nachschlagen kann:

Tool Beschreibung
Alfred Launcher und Spotlight-Alternative. Durch Eingabe von define «Wort» durchsucht man die Wörterbücher
CLI for OSX Dictionary.app Terminal-Tool für den Lexikon-Zugriff. Kann das Suchergebnis im JSON-Format ausgeben.
dicsrc Ermöglicht die Abfrage des Lexikons über einen lokalen Webserver. Nützlich, um Lexikon-Recherchen in die E-Book-Verwaltung Calibre zu integrieren.
Dictionary.vim Erweiterung für den Editor VIM, um Wörter direkt in dem Tool in der Lexikon-App nachzuschlagen.
lookup Swift-Programm für die Recherche im Lexikon. In eigenen Projekten oder im Terminal nutzbar.
macdict (von jakwings) Lexikon im Terminal abfragen. Kann das Ergebnis auch als XML ausgeben.
macdict (von tonyseek) Python-Library für den Zugriff auf das Lexikon in einem Python-Skript. Es kann zusätzlich das Lexikon direkt im Terminal abfragen.
SublimeMacDictionary Rüstet eine Lexikon-Abfrage im Text-Editor Sublime Text nach.
YourMacDict Integriert das Lexikon von macOS in den Editor Visual Studio Code von Microsoft.